ACHTSAMKEIT – eine wahre Geschichte

Heute ist ein toller Tag! Warum?

Seit Monaten war ich endlich wieder in der Lage Joggen zu gehen – und das schmerzfrei.Woohooooo!

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Entspannung – dafür habe ich keine Zeit!

Im Dezember 2014 hatte ich endlich mein zeitaufwendiges und teilweise nervenaufreibendes Fernstudium zur Fachwirtin für Prävention- und Gesundheitsförderung erfolgreich abgeschlossen. Die letzten zwei Jahre waren also harter Tobak. Freizeitaktivitäten, auch meinen Sport, musste ich in dieser Zeit sehr zurückschrauben und hielt mich zwischen Vollzeitjob, Präsenzphasen und Lernen lediglich mit HIIT-Einheiten fit.  Lehrbücher sprach ich mir oft stundenlang auf Band um sie mir dann beim Joggen oder Spazierengehen anzuhören.

Das funktionierte auch sehr gut, jedoch blieb für die Entspannung kaum Zeit. Auch der Jahresurlaub ging komplett für das Studium drauf.

Aber endlich war es geschafft und ich freute mich darauf mir und meinem Körper nun wieder mehr Zeit widmen zu können.

Direkt nach den Abschlussprüfungen gönnte ich mir dann, zusammen mit meinem Freund, ein Wellnesswochenende. Mein Körper war jedoch immer noch auf Aktivität gepolt, so dass entspannen für mich kaum möglich war. Bei einer kurzen Sporteinheit auf dem Hotelzimmer, durchzuckte mich dann plötzlich ein stechender Schmerz im unteren Rücken und ich konnte mich anschließend mindestens eine Woche vor Schmerzen kaum bewegen.

Diagnose Bandscheibenvorfall

Als die Schmerzen nachließen war der erste Schritt ins Fitnessstudio. Und obwohl ich merkte, dass diese Art von Sport für mich gerade nicht sehr angenehm war, machte ich immer weiter. Genau so lange bis mein Körper mich dazu zwang aufzuhören, denn die Schmerzen wurden unerträglich. Zeitweise konnte ich nicht einmal mehr normal gehen ohne alle 5 Minuten Dehnübungen machen zu müssen, weil sich meine Muskeln permanent verkrampften.

Ich ging zum Orthopäden, zum Osteopathen, Physiotherapeuten, Chiropraktiker, Naturheilkundler. Jeder stellte eine eigene Diagnose und keiner konnte mir helfen.

Mittlerweile war nicht mal mehr an Joggen zu denken. Kraftsport versuchte ich immer mal wieder, aber hatte nach jeder Einheit höllische Schmerzen.

Im Juli legte mich dann endlich ein weiterer Orthopäde unters MRT und ich bekam die Diagnose „Bandscheibenvorfall“ mit der Überweisung zum Neurochirurgen.

Höre zu, wenn Dein Körper spricht

Super, dachte ich mir. Ausgerechnet ich, mit all meinen Trainerlizenzen und der Liebe zum Sport. Ich, die anderen Menschen ein gesundes ausgeglichenes Lifestyle näher bringen möchte, übertreibe es selbst so maßlos, dass mein Körper mich in die Knie zwingen muss. Ich war sauer und enttäuscht – auf mich selbst. Vor allem aber war ich frustriert und traurig nicht mehr in der Lage zu sein das zu tun was mir so viel Freude bereitet und mich glücklich macht. Stattdessen hatte ich jeden Tag höllische Schmerzen, die mich an manchen Tagen wahnsinnig machten. Auch mein Freund litt darunter ;-).

Experten und solche die es gerne sein möchten erzählten mir, dass ich mich damit abfinden sollte, niemals wieder Joggen gehen zu können.

Ich nahm das erst einmal so hin, aber glaubte daran, die Schmerzen irgendwann wieder im Griff zu haben.

Ich fing gezielt an auf meinen Körper zu hören. Intensive Krafteinheiten waren Tabu, denn er schrie jedesmal förmlich auf. Joggen ging gar nicht, denn bei jedem Aufprall hätte ich heulen können.

Also suchte ich mir Alternativen. Zu Hause absolvierte ich regelmäßig rumpfstärkende funktionelle Ganzkörperübungen und achtete hierbei ganz genau auf meine Schmerzen. Ich entdeckte die Liebe zu Yoga und brachte mir wirbelsäulenschonendes Schwimmen bei.

Das Gefühl nach dem Schwimmen war beinahe so gut wie das nach dem Laufen und Yoga hinterließ mich jedes mal entspannt und glücklich und nach ein paar Wochen fast schmerzfrei auf meiner Matte.

Seit ein paar Wochen kann ich auch wieder HIIT-Einheiten absolvieren, auch Sprungübungen gehen wieder wunderbar.

Heute dann traute ich mich zum ersten mal wieder meine Joggingschuhe anzuziehen und hatte während meines 6km Laufs stete Glückshormonausschüttungen, denn ich fühlte mich frei und fit und vollkommen schmerzfrei. Dass mein Tempo dem einer Schildkröte nahe kam, spielte keine Rolle.

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Vielleicht war dies ein Wink des Schicksals, denn am Dienstag habe ich meinen Termin beim Neurochirurgen. Ich denke eine OP werde ich bei eventueller Empfehlung nun mit 100%iger Gewissheit dankend ablehnen.

Wieder einmal wurde mir gelehrt, wie wichtig es ist sich in Achtsamkeit zu üben. Auf seinen Körper zu hören und ihm manchmal einfach die Zeit geben sich von selbst zu regenerieren. Bewegung und Aktivität ist gut, aber ebenso wichtig ist nun einmal Erholung, Harmonie, Ruhe und Zeit um sich selbst zu finden und Kräfte zu mobilisieren.

Nichtsdestotrotz bin ich dankbar über diese Erfahrung , denn sie brachte mich unter anderem dazu mich mehr mit Yoga zu beschäftigen. Eine wahrliche Bereicherung für Körper, Geist und Seele welche ich nicht mehr missen möchte.

Auch das Schwimmen werde ich weiterhin regelmäßig in meine Wochenplanung mit aufnehmen, denn ich mag das Gefühl der Leichtigkeit sowie wie das Wasser meinen Körper massiert. Muskelkater hatte ich hierbei noch nie.

Aber ich kann Euch gar nicht sagen wie geil das Gefühl ist nach einer guten Laufrunde aus der Dusche zu steigen.

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Und ja, heute ist ein toller Tag!

 

„Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit.“ ~ Friedrich von Schiller

 

Eure Isabel

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