Warum es im Alter immer schwieriger wird abzunehmen und wie Du entgegenwirkst

Warum es im Alter immer schwieriger wird abzunehmen und wie Du entgegenwirkst

2002

 

 

 

2011
Bereits als Kleinkind war ich ein Mops. Immer wieder wurde mir der Glaubenssatz eingetrichtert, dass ich jetzt abnehmen müsste, weil es im Erwachsenenalter immer schwieriger bis unmöglich wird.
Vielleicht habe ich deswegen auch erst mit Anfang 20 angefangen einfach zu machen und alte Glaubenssätze abgelegt, in denen mir immer wieder suggeriert wurde „Dicksein ist mein Schicksal und ich kann nichts dagegen tun“. Aber siehe da es war möglich. Bereits seit 10 Jahren halte ich ein gesundes Normalgewicht.

Aber woher kommt diese Aussage, dass Gewichtsreduktion im Alter immer schwieriger wird eigentlich?

Schuld daran könnte die Tatsache sein, dass wir mit einer bestimmten Anzahl von Fettzellen geboren werden, welche dazu da sind Fett zu speichern und wieder abzugeben. Wir sollten also unsere Fettzellen lieben lernen, denn sie sind ein essentieller Teil unseres Stoffwechsels. Ohne sie wäre ein Überleben nicht möglich.
Jedoch ist es so, wenn wir mehr Nahrung aufnehmen als wir verbrauchen füllen sich die leeren Fettzellen, wachsen und vermehren sich.
Bei einer Diät leeren sie sich zwar, aber sie verschwinden nicht mehr. Bedeutet: Ein dicker Mensch hat weitaus mehr Fettzellen als jemand der sein Lebenlang schlank war.

Fettzellen hin oder her. Was bedeutet das im Klartext?

2002

Schuld für die Aussage, dass es immer schwieriger wird im Alter abzunehmen, ist wohl auch unser Hormon Leptin. Dieses wird in den Fettzellen produziert und ist u.a. ein wichtiger Player wenn es um Fettstoffwechsel und Sättigung geht. Beispielsweise informiert es unser Hirn, wenn wir genug Energie aufgenommen haben und satt sind.

Umso mehr wir essen umso mehr Fettzellen wir haben umso mehr Leptin wird produziert. Gehirn erhält die Info, dass wir satt sind. Leeren sich die Fettzellen sinkt der Leptinwert und der Hunger kommt.

Viele der Fettzellen, die wir uns anzüchten, wenn wir übergewichtig sind, bleiben bei einer Diät leer oder sind nicht vollständig gefüllt, so dass weniger Leptin produziert wird und unser Gehirn eher die Info erhält “Da geht noch was”. Das Sättigungsgefühl setzt aus.

Zudem könnte es durch die Überstimmulierung von Leptin aufgrund des großen Fressen zu einer Leptinresistenz kommen. Heißt: Leptin wird produziert und befindet sich im Blut, kommuniziert aber nicht mehr effektiv mit unserem Gehirn. Hunger bleibt so der ewige Begleiter.

Ich persönlich habe damit heute auch immer noch zu kämpfen. Ich könnte praktisch ständig essen und habe mit rießigen Portionen (Ich kann weitaus mehr verdrücken als mein Mann) kein Problem. Heute kenne ich meinen Körper jedoch so gut, dass wir sehr gut zusammen arbeiten und ich weiss was ich essen muss und wann ich essen muss, um diesen Hunger in Schach zu halten.

 

Das ist aber leider nicht Alles- Das Problem mit der Muskelmasse! 

2012

Wir verlieren ca. ab dem 30. Lebensjahr pro Jahrzehnt 3-8% unserer Muskelmasse. Ab 60 wird es noch drastischer. Weniger Muskelmasse bedeutet gleichzeitig ein geringerer Grundumsatz. Das wiederum bedeutet, essen wir weiterhin das Gleiche nehmen wir automatisch zu, da der Körper weniger Energie benötigt. Nicht verwunderlich, dass die meisten Menschen im Alter also zunehmen obwohl sie angeblich nichts verändert haben. Dazu kommt noch die immer weiter zunehmende Inaktivität im Alter und die hormonelle Veränderung. Der Rückgang von Testosteron (beim Mann) und Östrogen (bei der Frau) ist nicht gerade förderlich für eine Gewichtsabnahme. Die Hormone zusammen mit dem Wachstumshormon spielen eine wichtige Rolle für Muskelerhalt und Muskelaufbau.

Wie immer sind wir unserem Schicksal nicht hilflos ausgeliefert. Wir können uns jederzeit dazu entscheiden Selbstverantwortung zu übernehmen und mit unserem Körper zu arbeiten.

Hier sind meine Tipps:

  • Um Hunger in Schach zu halten sollten wir nährstoffdichte, ballastoffreiche, proteeinreiche Lebensmittel zu uns nehmen. Gesunde Fette sind essentiell – nicht nur für die Sättigung und den Geschmack, sondern vor Allem für unsere Hormonproduktion.
  • Vermeide es all zu viele hoch verarbeitete und kalorienreiche und nährstoffarme Lebensmittel im Haus zu haben.
  • Manche Menschen fahren gut mit Intermittierenden Fasten (16 Stunden Fasten/8 Stunden Essen). Ich zum Beispiel bekomme dadurch noch mehr Hunger. Das muss jeder für sich selbst herausfinden.
  • Treat Meals – Esse an einem Tag in der Woche oder alle zwei Wochen eine Mahlzeit nach der Du lechzt – Egal wie vermeintlich ungesund sie ist oder welchen Kohlenhydrat und Fettgehalt sie hat
  • Carb Cycling – Lege Tage ein an denen Du mal mehr Kohlenhydrate dafür weniger Fett und Tage an denen Du weniger Kohlenhydrate und dafür mehr Fett ist. Dein Proteingehalt sollte immer relativ hoch sein.
  • Bewusstes Essen – Esse langsam und bewusst. Konzentriere Dich auf Deine Mahlzeit und schalte alle elektrotechnischen Geräte währenddessen aus.
  • Stressmanagement – Schlafe ausreichend und lege am Tag kleine Pausen ein. Finde Maßnahmen die Dir guttun, ob Mediation, Malen, Singen, Backen, Kochen. Finde Deine individuelle Lösung.
  • Erhöhe Deine Alltagsbewegung. Hier ein paar Tipps dazu.
  • Suche eine Sportart die Dir Spaß macht und die Du ohne Zwang durchhalten kannst. jede Aktivität ist erst einmal besser als keine.

Zum Schluss bleibt wieder zu sagen. Jeder Mensch tickt anders. Es gibt nicht die EINE Lösung für jeden. Finde heraus was für Dich funktioniert.

Solltest Du dabei Hilfe benötigen und eine Abkürzung wünschen, kontaktiere mich gerne. Kontakt

Wie schwerwiegend sich Dinge zum positiven ändern können, wenn man Eigenverantwortung übernimmt, zeigt mir meine heutige Einstellung. Wieder dick zu werden ist für mich JETZT ein Ding der Unmöglichkeit. Denn Dicksein, mal ganz ab gesehen von der Ästhetik, hat mir so viel Lebensqualität genommen. Von Bluthochdruck zu nicht leistungsfähig sein, schlechte Haut, keine Energie bis hin zu Melancholie und weniger Selbstwertgefühl.

Mein bisheriger Lebensweg hat mir bewiesen: Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder bleiben die Dinge unmöglich und der Horizont begrenzt oder Du entschließt Dich dazu, dass Leben größer, spannender und interessanter zu machen und fängst endlich an. Du allein hast es in der Hand.

Mein Ziel heute ist es, jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr ein Stückchen besser, gesünder, weiser, glücklicher zu werden und meinen besten Freund (meinen Körper), das wertvollste was ich jemals besitzen werde, zu unterstützen wo ich nur kann.

Wie sieht es bei Dir aus?

2004
2012

 

 

 

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